Ein Action- /Dramafilm aus dem Jahre 2009 von Quentin Tarantino.

Eine kurze Analyse der ersten Szene, da sie mir besonders in Erinnerung geblieben ist. Einerseits wegen der Handlung, andererseits aber auch wegen den filmischen Mitteln.

Ganz am Anfang des Filmes war ich irritiert durch die Musik; eine Mischung zwischen dem Klavierstück „Für Elise“ und Western-Musik. Diese Musik sollte den grossen Auftritt der Deutschen untermalen. Ziemlich unpassend meiner Meinung nach. Man könnte darüber philosophieren. Western-Musik zeigt die Gefahr, die die Deutschen Soldaten mit sich bringen. „Für Elise“ steht für die Ruhe und Gelassenheit, die Oberst Landa mit sich bringt.

Bildergebnis für inglourious basterds anfangsszene

Nach der Ankunft der Deutschen: Als Oberst Landa sich vorgestellt hat und Pierre LaPadite ihn ins Haus hineingebeten hat, begannen sie ein Gespräch. Die Sequenz spielt in dem kleinen Bauernhaus von LaPadite. Ein ziemlich dunkler Raum mit 2 kleinen Fenstern. Auffällig ist jedoch wie gut die Schauspieler beleuchtet sind. Naheliegend ist daher die Vermutung, dass dies kein natürliches Licht ist. Oberst Landa wird während des gesamten Gesprächs überlegen dargestellt gegenüber Monsieur LaPadite. Landa benimmt sich von der ersten Sekunde an so, als ob das Haus ihm gehören würde. Das Glas Milch, welches er angeboten bekommt, kippt er innerhalb von einem Atemzug hinunter. Auch als er seine Pfeife hervor nimmt, welche deutlich grösser als die von Monsieur LaPadite ist, wird unterstrichen wie überlegen Oberst Landa ist. Trotz des ungewöhnlichen, besitzergreifenden Verhaltens wirkt er sehr freundlich während des Gesprächs. Aus filmischer Sicht wird die 180 Grad Regelweitgehend eingehalten; Landa ist immer links im Bild zu sehen, La Padite rechts. Herausstechend ist auch der Wendepunkt im Gespräch. Die Stimmung wechselt sich, Landa redet nicht mehr so freundlich wie zuvor. Das Publikum bemerkt, dass er einiges mehr weiss, als man bisher dachte. Mit einer Kamerafahrt, rund um den Tisch wird die 180 Grad Regel nun gebrochen. Die Kamerafahrt vermittelt den Eindruck, dass Monsieur LaPadite ziemlich hilflos ausgesetzt ist und dass es für ihn und die versteckten Juden keinen Ausweg mehr gibt, da Landa die ganze Wahrheit schon kennt. Als er dann ausspricht, dass Juden im Haus versteckt sind, verschwindet die letzte Hoffnung die man als Zuschauer noch hatte. Es wird an Landas Gesicht herangezoomt, was ihn noch mächtiger und unaufhaltbarer wirken lässt. Als dann die Soldaten ins Haus kamen, um die Judenfamilie zu erschiessen, war ein kleiner Lichtstrahl vor Landa’s Gesicht zu sehen. Dieser könnte als letzter Funken von Hoffnung gedeuted werden, der in diesem Moment zerstört wird.

Mitten im Gespräch gab es eine auffällige und besonders spezielle Kameraführung. Als die Kamera langsam am Bein von LaPadite herunterfuhr und dann „durch den Boden“ ging und man sah, dass darunter die Familie Dreyfusens lag. Für den Zuschauer ist dies der Moment, wo die Spannung zu steigen beginnt.

Zitat: „Wenn eine versteckte Bombe unter einem Tisch, an dem mehrere Leute frühstücken, plötzlich explodiert, ist dies ein Schreck und unterhält 20 Sekunden lang; wenn der Zuschauer die Lunte jedoch lange brennen sieht und die Figuren nichts davon ahnen, ist dies Suspense und fesselt fünf oder zehn Minuten lang.“ – Alfred Hitchcock

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Melissa 🙂

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2 Gedanken zu “Inglourious Basterds

  1. Sie erzählen die ungefähre Handlung der Sequenz nach und benennen und beschreiben den Einsatz filmischer Mittel an einigen ausgewählten Stellen. Ihr Text liest sich noch etwas holprig, weil Sie dauernd die Ebene wechseln, oft nach nur einem Satz, dadurch entsteht eine gewisse Unruhe. Man könnte zum beispiel zwei, drei Sätze zur Innenausstattung und dem Licht sagen, dann einige Sätze zur Tonspur und ein paar zur Kameraarbeit etc. Oder man nimmt sich etwas mehr Zeit und malt die Atmosphäre der Situation mit mehreren Sätzen aus und verknüpft sie jeweils mit der Dramaturgie (Spannungsaufbau) und den filmischen Mitteln. Das dauert dann allerdings etwas länger 😉

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